
Tektonische Verschiebungen in der Außenpolitik
Die internationale Ordnung gerät zunehmend in Bewegung. Entwicklungen in Venezuela, rund um Grönland und jüngst im Iran zeigen, wie stark sich geopolitische Gewichte verschieben. In Venezuela sorgt die Eskalation der politischen und sicherheitspolitischen Lage für große Unsicherheit – mit Folgen für die Region und den globalen Energiemarkt. Zugleich rückt Grönland wegen seiner sicherheitspolitischen Bedeutung für den NATO-Raum und seiner Rohstoffe verstärkt in den Fokus strategischer Interessen. Die aktuellen Spannungen mit dem Iran markieren Konfliktlinien um Nuklearprogramm, Stellvertreterkonflikte, Angriffe auf Schifffahrtsrouten und die brutale Niederschlagung der Proteste gegen das Regime durch iranische Sicherheitskräfte. Damit wachsen auch Spannungen innerhalb transatlantischer Partnerschaften, wenn nationale Ambitionen mit Bündnislogiken kollidieren. Diese Entwicklungen beobachten wir mit Sorge. Staatliche Souveränität, Völkerrecht und Bündnissolidarität dürfen nicht relativiert werden. Europa muss geschlossen auftreten, seine Interessen selbstbewusst vertreten und innerhalb von EU und NATO handlungsfähig bleiben.



