Straßburg, 17.01.2007
Alexander Radwan (EVP-ED/CSU):
Forderung nach transparenteren Strukturen der Internationalen Rechnungslegung Foundation (IASCF) in London
Der oberbayerische Europaabgeordnete Alexander Radwan fordert die Stiftung der Internationalen Standardsetzer für den Bereich der Rechnungslegung (IASCF) in London auf, in Zukunft einen transparenteren Ernennungs- und Beratungsprozess anzustrengen. Das IASCF ernannte diese Woche den Amerikaner Philip Laskawy für ein Jahr als neuen Interims-Präsidenten. Hauptaufgabe der nächsten Monate ist es, eine neue Person zu finden, die ab 2008 dieses Amt antreten kann.
Aus den bisherigen schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit zwischen den Verantwortlichen und dem Europäischen Parlament fordert Radwan die Standardsetzer in London auf, in Zukunft die politischen Gremien in einem transparenten Prozess in die Entscheidungen des IASCF/IASB einzubeziehen. "Dies ist umso wichtiger, als es sich bei den Entscheidungen der Standardsetzergremien in London um Rechnungslegungsvorschriften handelt, die einen enormen europäischen und weltweiten Einfluss auf die Wirtschaft bis hin zur Steuerpolitik haben werden", betont Radwan.
Ein Mitte Dezember 2006 vom Europäischen Parlament initiierter workshop zum Thema der Internationalen Rechnungslegung belegte, dass in Punkto Transparenz und Offenlegung große Kritik bei den politischen Entscheidungsträgern und den Interessenvertretern in der Wirtschaft aufgekommen ist. "Es scheint, als sei die Entscheidungsfindung und Arbeit im IASB/IASCF geheimer als in manch altkommunistischen Parteizentralen", prononciert Radwan.
Themen wie die Finanzierung, die Auswahl der Themen sowie Personalentscheidungen wurden in der Vergangenheit ohne jeglichen demokratischen und transparenten Einfluss vorgenommen. So blieb auch die Ernennung des neuen Präsidenten Laskawy, der Aufsichtsratsvorsitzender von Ernst & Young International war und die IASCF Stiftung für das Jahr 2007 leiten wird, bis zum heutigen Tage ein interner Prozess.
Das Europäische Parlament stellt in den nächsten Monaten einen Initiativbericht zum Thema der Internationalen Rechnungslegung vor, der den Arbeitsprozess der Gremien in London beleuchtet, sowie spezielle Fragen behandelt wie beispielsweise das Vorhaben des IASB, auch für den Mittelstand Internationale Rechnungslegungsstandards einzuführen oder die transatlantischen Konvergenzprobleme. Alexander Radwan ist für den Wirtschafts- und Währungsausschuss als Berichterstatter ernannt. "Wichtig ist, einen internen Interessenskonflikt zwischen Standardsetzern und denjenigen zu vermeiden, die aufgrund dieser Rechnungslegungsstandards ihr Geld verdienen", so Radwan.
Für weitere Informationen: Büro Alexander Radwan, MdEP, Tel.: +32 - 2 - 2847538
